Es sieht so aus, als wüssten wir immer mehr. Und jetzt können wir das alles via Web 2.0 miteinander austauschen und diese Zahlen noch stärker nach oben treiben. "Mehr" heißt "mehr", nicht mehr.Harald Taglinger versucht die Zeitfalle Web 2.0 zu entlarven, die in Blogs und Mitmach-Maps gehörig Energie schluckt, 'um überhaupt erst einmal durch das tägliche Rauschen an diverse Info-Bits zu kommen.' Die Freiheit der Inhalte im grenzenlos scheinenden Internet hat eine nur wenig differenzierte Vermassung der Inhalte zur Folge. Seine Befürchtung, "dass sich eine Generation im Web durch Mitmach-Trallala im digitalem Müll seinen eigenen Kokon gräbt" kann man auch als sozio-kulturelle Strategie bezeichnen. Die Generation web2.0 ist in unzähligen Communities beschäftigt und vom eigenen Leben abgelenkt, virtuell glücklich.
Taglinger tastet sich pragmatisch über die enorm gestiegene Datenflut an das Phänomen heran, immerhin ist es ein erster Ansatz.
Die 2.0-Überfütterung,
Harald Taglinger für |
telepolis |
Dem vermeintlichen Hype um die Mitmach-Blase widersprechen auch die aktuellen Zahlen nicht, dass sich nur
0,16% der Besucher von Foto-, Video- und sonstigen Community Portalen aktiv an den Inhalten der Seiten beteiligen. Um die Phrase 2.0 im Gespräch zu halten, inszeniert sich die bloggende Szene gern durch abwechselnde Einladungen zu den von Webkonzernen gesponserten
Gesprächsrunden. Mit weiteren Phrasen wie
Partizipation 2.0 oder
Citizen-Journalism werden treffliche Surrogate geliefert, die die stille Hoffnung einer kommerziellen Teilhabe an der Internet-Torte nicht offenlegen.
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