Juni 25, 2007

Cosmische Liebesfeuer

02.09
Cosmische Liebesfeuer

log 57-06-21
"Nicht weil es schwer ist,
wagen wir's nicht,
sondern weil wir's nicht wagen,
ist es schwer."

Lucius Annaeus Seneca prangte regelrecht mit diesen zerbrechlichen Worten über meinen Kontrollinstrumenten, die längst andere Flightcommander überwachten. Mit nahezu 100 Lebensjahren in diesem Lebensabschnitt konnte ich mich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Ich führte diese spezielle Flotte seit mehr als 50 Jahren, und blätterte heute in alten Aufzeichnungen. Im Unterbewusstsein registrierte ich dennoch jede Flugveränderung des Schiffes. Ich sah kurz auf, kurzer Blickkontakt quer durch die Kommandobrücke, Thor antworte ebenfalls nur stumm.

Kurz nach der Trennung von A. hatte ich einige Ablenkung in Sonderprojekten der ESA erhalten, und hastig eine kleine Foto.Video.Installation

BILD : SUBJEKTIV, HALBNAH, NACHT, INNEN
TON : Einsam fliegt der Commander UE J. Hawk seinen All.Energy.Glider in die Tiefen der Unendlichkeit.
Mittlerweile akzeptierte er auch, dass dieser Glider ihn in Sphären brachte, die er noch nicht kannte. Er vertraute zunehmend seinem Gefühl, das hatte er auf seinen langen Flügen gelernt. Und er war froh darüber, dass er sich selbst grundsätzlich nicht untreu geworden war. Ein irdischer Liebeszauber hatte ihn gewandelt, die Arbeit an Worten und Bildern war liegengeblieben.

Der Autopilot stürzt ab, bringt ihn vom Kurs ab, er muss manuell eingreifen

Seine persönliche Hoffnung: Dass man ihm die einfache Wahrheit seines Weges glauben würde. Jetzt begehrte er heisser denn je, und wollte auf dem vorgegebenen Weg Boden wettmachen, ohne sich wieder zu verausgaben. Die Sonne ist so ein wunderbarer Energie.Leitstrahl.


./uturn/sonnenschiff

Etwas Unheimliches war von den früheren XMM-Versuchen bei der ESA zurückgeblieben. An manchen Tagen verzückte mich die Erinnerung, an anderen war es niederschmetternd. Selbst nach 60, beziehungsweise nach 50 Jahren, wie sich heute zeigte.
...
Die schmerzliche Erinnerung an diese und andere Ereignisse liessen mich schon früh zum Hangar meines Sonnenschiffes gehen. Der Fahrer folgte mir im Schritttempo mit der Rikscha. In all den späteren Jahren waren Veränderungen immer noch tiefliegende Brüche; ich ahnte nur, dass die nun folgende irdische Aufgabe sicher reizvoll war, mir aber nochmals alles abverlangte, was ich jemals gelernt hatte, nicht nur in der direkt hinter mir liegenden Lebenszeit. Wir nannten das schon früher croszen, eine sonderbare Fähigkeit aus eigenen und anderen Erfahrungen situative Handlungen abzuleiten. Die hohe Konzentration, die dazu nötig war, führte zu einem ultimativen Körpergefühl, einer emotionalen ganzkörperlichen Erregung und der nachfolgenden totalen Erschöpfung. ...
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preview des zweiten Kapitels aus "Die Konsequenz", UE J. HAWK
©2007 by oolab
foto : LOOK, UE J. HAWK in Marathon, Ehrenfelder Kunstverein 1997, Cologne

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