Februar 13, 2007

Lohnnebenkosten : die Wirklichkeit zerstört einen Mythos

Die nüchternen Zahlen widersprechen der gängigen Propaganda: 'Anteil der Lohnnebenkosten in Deutschland unter EU-Durchschnitt' lautet die Kernaussage des Statistischen Bundesamts in der jetzt veröffentlichten Studie 'Lohnnebenkosten im europäischen Vergleich' (pdf, 96 kb).

"In Deutschland legen die Arbeitgeber je 100 Euro (an die Arbeitnehmer ausbezahlten) Bruttolohn 33 Euro obendrauf. In der Europäischen Union (EU 27) lag der Wert mit 36 Euro gut 3 Euro höher. Betrachtet man ausschließlich die bei uns täglich kritisierten gesetzlich auferlegten Lohnnebenkosten, so kommt das Statistische Bundesamt gar nur auf einen Wert von 20 Euro. Bei diesen gesetzlichen Aufwendungen der Arbeitgeber liegt Deutschland an 17. Stelle der 27 verglichenen EU Staaten," fasst es Wolfgang Liep auf den NachDenkSeiten zusammen. ... 'Und die „Mietmäuler“ in der Wissenschaft und in den Medien werden sich weiter den Mund über die angeblich zu hohen Löhne und die viel zu hohen Lohnnebenkosten wie eine Mantra nachbeten.'

Realität ist, dass die Reallöhne in den letzten Jahren gesunken sind: 'Während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen laut Statistik 2006 um 6,9 Prozent zulegten, stiegen die Arbeitnehmerentgelte im Schnitt nur um 1,3 Prozent' Klaus Stark in Die Schere öffnet sich weiter/MA.

Realität ist ebenfalls die Tendenz der neoliberalen Reformpolitik: 'Für 2007 erwarten die Analysten im Schnitt von den Dax-Unternehmen eine Steigerung der Unternehmensgewinne um rund 12 Prozent. ... Dank der vom Jahr 2008 an geltenden Unternehmensteuerreform können Aktionäre mit höheren Nettogewinnen und damit auch höheren Dividenden der Unternehmen rechnen.' ham. in Steuerreform läßt Dax-Gewinne 2008 steigen/FAZ.net

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