April 04, 2006

Vollbeschäftigung vielleicht 2030

Wenn Religion Opium fürs Volk ist, dann sind Wirtschaftsprognosen Light-Opiate.
Vollbeschäftigung gibt es in der BRD seit 25 Jahren nicht mehr, und in der DDR konnte sie nur bis 1989 subventioniert werden. Ein Zauber muss der 'Formel Vollbeschäftigung' innewohnen, warum wird sie unisono gepriesen?

Das Schweizer Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos zeichnet in seiner jüngst vorgelegten Studie ein düsteres Bild der Wirtschaftsentwicklung Deutschlands bis ins Jahr 2030:
Deutschland bis 2030 ohne Vollbeschäftigung | netzeitung |
Die 700seitige Prognose geht von der Annahme aus, dass erst 2030 eine Arbeitslosenquote von 6% erreicht werden kann, wenn 'die Politik ab 2010 einen funktionierenden Niedriglohnsektor schafft'.
Interessant ist dabei eigentlich nur der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser 'Studie', wird doch gerade heftigst um die staatliche Subventionierung (Kombilohn) von Niedriglöhnen gestritten. Bereits aktuell erhalten mehr als 900.000 Vollzeit-Erwerbstätige zusätzlich ALG2-Leistungen, da sie mit ihrem Vollzeit-Niedriglohn-Job den notwendigen Lebensunterhalt nicht finanzieren können.
Tatsächlich kann in einem weitgehend deregulierten kapitalistischen Wirtschaftssystem keine sogenannte 'Vollbeschäftigung' erreicht werden, bzw. ist sie nicht wünschenswert.

Zum Vergleich 'Die Thesen für ein bedingungslosen Grundeinkommen' der Initiative 'Freiheit statt Vollbeschäftigung'.

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